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Der Parkplatz vor dem Büro, ein paar Poolfahrzeuge, dazu vielleicht ein Fahrrad und eine Ladesäule: Die Bausteine für moderne betriebliche Mobilität sind in den meisten Unternehmen längst da. Nur greifen sie selten ineinander.

Wer für die betriebliche Mobilität zuständig ist, kennt das Dilemma: Die einen wollen ihren Parkplatz behalten, die Geschäftsführung will CO₂-Ziele erreichen, und dazwischen soll eine Lösung entstehen, die alle mittragen und die sich noch administrieren lässt. Als Antwort fällt immer öfter ein Begriff: Mobility Hub. Nur klingt der nach Stadtplanung und Förderprojekten, nicht nach betrieblichem Alltag. Dabei ist das Thema näher dran, als der Begriff vermuten lässt.

Wir haben mit Klara Svejdova von SKIDATA gesprochen, Co-Autorin eines Whitepapers zu Mobility Hubs. Wie du Parkraum, Mobilitätsangebote und Mitarbeiterkommunikation zu einem funktionierenden [betrieblichen Mobility Hub](Link ergänzen) zusammendenkst, warum so viele Ansätze schon an der internen Abstimmung scheitern und wie du mit deiner vorhandenen Infrastruktur den ersten Schritt gehst, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist ein Mobility Hub?

Der Begriff klingt nach Stadtplanung und Förderprojekten. In der Praxis beschreibt er etwas Einfacheres: einen Ort, an dem verschiedene Mobilitätsangebote gebündelt und für Nutzerinnen und Nutzer zugänglich gemacht werden. Parkplätze, Fahrräder, Carsharing, öffentliche Anbindung, eventuell Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.

Was neu ist, ist nicht die Idee selbst. „Früheste Erwähnungen des Konzepts finden sich bereits im 17. Jahrhundert in den Niederlanden“, sagt Svejdova. „Es geht immer um dasselbe: knappe Flächen effizient nutzen und Bewegung organisieren.“ Was sich verändert hat, sind die Rahmenbedingungen: Innenstädte werden dichter, Emissionsvorgaben schärfer, Mitarbeitende mobiler und heterogener in ihren Wegen zur Arbeit.

Für Unternehmen wird damit etwas sichtbar, das leicht übersehen wird: Der Parkplatz vor dem Büro ist keine neutrale Fläche, sondern ein Steuerungsinstrument.

Warum scheitern so viele Ansätze?

Svejdova hat im Rahmen ihrer Recherche 14 Tiefeninterviews mit Städten, Hub-Betreibern, Wissenschaftlerinnen und Verkehrsunternehmen geführt. Ihr zentrales Ergebnis ist ernüchternd präzise:

„Das größte Hindernis ist nicht Geld, nicht Technologie, nicht Vision. Es ist die Abstimmung zwischen Stakeholdern.“

Klara Svejdova, SKIDATA

Das kommt vielen bekannt vor. Wer im Unternehmen Mobilitätsprojekte vorantreiben will, weiß: Betriebsrat, Facility Management, HR und Geschäftsführung haben unterschiedliche Prioritäten. Oft gibt es niemanden, der die Nutzererfahrung als Ganzes verantwortet. Jede Abteilung optimiert ihren Teilbereich, und am Ende fragt sich die Mitarbeiterin, warum sie für drei verschiedene Dinge drei verschiedene Apps braucht.

„Organisatorisch komplex, aber für den Nutzer einfach. Dieses Missverhältnis ist das eigentlich Schwierige.“

Klara Svejdova, SKIDATA

Parkplatz als Teil der Lösung, nicht als Problem

In Nachhaltigkeitsdebatten gerät der Parkplatz schnell in die Defensive. Svejdova widerspricht dieser Haltung klar:

„Wenn Sie Ihre Parkraumpolitik richtig aufsetzen und dabei alle Nutzergruppen berücksichtigen, haben Sie einen Großteil Ihrer Mobilitätsprobleme gelöst. Parkraum muss als zentraler Bestandteil der Lösung gesehen werden.“

Klara Svejdova, SKIDATA

Für Mobilitätsbeauftragte in Unternehmen ist das eine wichtige Einordnung. Es geht nicht darum, Parkplätze abzuschaffen. Es geht darum, sie gezielt einzusetzen: als Steuerungsmittel für Verhalten, als Ressource mit echtem Wert, als Ausgangspunkt für ein breiteres Mobilitätsangebot.

Wer Stellplätze etwa bevorzugt an Mitarbeitende vergibt, die Fahrgemeinschaften bilden, setzt einen konkreten Anreiz ohne Verbote. Wer Ladeinfrastruktur strategisch platziert, schafft einen Vorteil für E-Fahrzeuge, ohne dass dem Betrieb Mehrkosten entstehen. Der Parkplatz hört auf, ein passiver Kostenfaktor zu sein, und wird zum aktiven Gestaltungselement.

Was Nutzende wirklich wollen: Planbarkeit

Ein Detail aus dem Gespräch mit Svejdova lohnt einen genaueren Blick. Stadionbetreiber in den Niederlanden haben ausgewertet, was Besucherinnen und Besucher bis zu 24 Stunden vor einer Veranstaltung am häufigsten suchen.Das meistgesuchte Thema: Wo kann ich parken?

„Das ist wertvolles Wissen“, sagt Svejdova. „Wer Menschen vorab informiert, ihnen Alternativen zeigt und Unsicherheit nimmt, verändert Verhalten. Nicht mit Verboten, sondern mit besserer Information.“

Für den betrieblichen Kontext lässt sich das direkt übersetzen. Mitarbeitende, die morgens nicht wissen, ob ein Stellplatz frei ist, fahren mit dem Auto, weil es die sicherste Option ist. Wer ihnen verlässliche Echtzeitinformation, Reservierungsmöglichkeiten oder gebuchte Alternativen bietet, gibt ihnen die Grundlage, um anders zu entscheiden.

Svejdovas Aussage bringt es auf den Punkt:

„Unsicherheit ist der Feind einer guten Nutzererfahrung. Wer nicht weiß, ob es funktioniert, wählt das Bekannte.“

Klara Svejdova, SKIDATA

Was das für Unternehmen konkret bedeutet

Svejdova hat keinen 10-Punkte-Plan, aber sie beschreibt eine Haltung, die sich auf jede Unternehmensgröße übertragen lässt:

1

Vom Problem her denken, nicht von der Lösung. Was wollen deine Mitarbeitenden eigentlich? Welche Wege legen sie zurück, welche Hindernisse erleben sie täglich? Ein Mobility Hub, der am Nutzungsverhalten vorbei geplant wird, bleibt leer.

2

Den Weg selbst gehen. Svejdova berichtet von einem Hub, der teilweise scheiterte, weil Nutzerinnen und Nutzer eine vielbefahrene Straße ohne Zebrastreifen überqueren mussten, um den Anschluss an den öffentlichen Verkehr zu erreichen. Niemand hatte es vorher ausprobiert.

3

Technologie als Werkzeug, nicht als Ausgangspunkt. „Wenn Sie über die Nutzererfahrung nachdenken, denken Sie automatisch über Technologie nach“, sagt Svejdova. „Sie wissen, dass Sie einen einzigen Zugang wollen, nicht zehn verschiedene Apps.“ Technologie folgt dem Konzept, nicht umgekehrt.

4

Stakeholder früh einbinden. Wer auf Betriebsratswiderstände, Abteilungsgrenzen oder ungeklärte Zuständigkeiten erst stößt, wenn das Konzept fertig ist, verliert Zeit und Vertrauen. Die Abstimmung ist die eigentliche Arbeit.

Wo FluidLife ansetzt

Was Svejdova für Städte und große Infrastrukturprojekte beschreibt, gilt im Kleinen genauso für Unternehmensstandorte. Die Frage ist dieselbe: Wie verwalte ich knappe Flächen für unterschiedliche Nutzergruppen, schaffe Transparenz, setze Anreize und halte den administrativen Aufwand im Rahmen?

FluidLife ist eine Plattform, die genau an dieser Schnittstelle ansetzt: Parkraumverwaltung, Ressourcenteilung, Mobilitätsbudget, Mitarbeiterkommunikation und Reporting in einer Lösung. Kein separates Tool für Parkplätze, ein anderes für Fahrgemeinschaften, ein drittes für Benefits. Alles über eine App, die Mitarbeitende tatsächlich nutzen.

Wer heute den ersten Schritt in Richtung eines betrieblichen Mobility Hubs machen will, muss nicht bei null anfangen. Die Infrastruktur ist in den meisten Unternehmen vorhanden. Was fehlt, ist die Steuerungsebene darüber.

Fazit

Ein Mobility Hub ist weniger ein Stadtplanungsthema als eine Organisationsaufgabe. Wer Parkraum, Mobilitätsangebote und Mitarbeiterkommunikation zusammendenkt, hat die Grundlage für ein funktionierendes System.

Klara Svejdovas wichtigste Botschaft gilt für Städte wie für Unternehmen gleichermaßen: Fang mit der Frage an, welches Problem du eigentlich lösen willst. Alles andere ergibt sich daraus.

Den vollständigen Expert Talk mit Klara Svejdova findest du hier: https://youtu.be/xZZHrX5G2ig?si=EFhvrUy-_pJlVF17

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